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Vier Monate Learnovation – ein Herzensprojekt wächst

2025-12-17


Am 1. September 2025 haben wir bei Learnovation die Türen geöffnet. Vier Monate später fühlt es sich an, als wären wir nicht einfach „gestartet“, sondern als hätte etwas begonnen zu wurzeln: leise, kraftvoll und mit einer Strahlkraft, die wir so nicht planen konnten.


Learnovation war anfangs als Unterstützung gedacht – für Eltern, die im Alltag Entlastung suchen, und für Kinder, die Begleitung beim Lernen brauchen. Gerade in einem Schulsystem, das sich verändert, und in dem klassische Hausaufgaben teils wegfallen, entstehen neue Fragen: Wie üben Kinder Selbstorganisation? Wie entsteht Lernroutine? Wer hält den Rahmen, wenn vieles gleichzeitig im Wandel ist?


Und dann ist etwas Spannendes passiert:


Aus „Nachhilfe“ wurde zunehmend Beziehungsarbeit. Aus „Lernbegleitung“ wurde Selbstwirksamkeit.



Was wir in vier Monaten wirklich gelernt haben


1) Kinder brauchen nicht mehr Druck – sie brauchen Orientierung


Viele Kinder tragen bereits enorm viel: Schule, Familie, unterschiedliche Sprachen, gelebte Strukturen und Kulturen, Rollen und Erwartungen. Einige bewegen sich täglich zwischen stark divergierenden Systemen – kulturell, sozial, emotional. In so einem Alltag ist Lernen nicht nur Kopfsache. Es ist auch Nervensystem. Vertrauen. Rahmen.


Wir erleben immer wieder, dass Fortschritt oft dort entsteht, wo zuerst Sicherheit entsteht und Selbstvertrauen wächst.



2) Wir begegnen Themen, die grösser sind als Mathe und Deutsch


Rassismus, Klassismus, Ausgrenzung, Emigrationsfeindlichkeit – Worte oft auch geknüpft an Taten, die man nicht „in einer Lernstunde lösen“ kann. Aber man kann ihnen nicht ausweichen, wenn man mit Kindern arbeitet.


Was wir tun können: den Themen Raum geben – hinschauen, zuhören, Sprache finden, Haltung und Vertrauen entwickeln, Erlebnisräume schaffen, in denen Kinder das "Ich bin okay, ch darf fragen, ich darf Fehler machen, ich gehöre dazu" Gefühl für sich entdecken können



3) Learnovation ist kein Programm – es ist ein Prozess


Vier Monate reichen, um zu merken: Das hier ist nicht „ein Angebot“. Es ist ein wachsendes Gefäss. Ein Ort, der sich mit den Menschen verändert, die ihn mitgestalten.


Wir wissen ehrlich gesagt noch nicht in allen Punkten, wie es im nächsten Jahr weitergeht. Aber wir wissen, dass wir dranbleiben wollen – gerade weil uns die Realität zeigt, wie sehr Kinder Anleitung zur Selbstwirksamkeit, Regulationsstrategien und Resonanz brauchen – nicht nur Aufgaben.


Mit 10 Kindern sind wir in dieses Projekt gestartet – und mit 40 Kindern gehen wir ins neue Jahr. Finanziell werden wir dadurch nicht „reich“. Reich macht uns etwas anderes: zu sehen, was in Bewegung kommt – in den Kindern, in den Familien und auch in uns.



Was uns berührt hat


  • Wenn Kinder beginnen, sich selbst zuzutrauen, dass sie schwierige Dinge lernen können.

  • Wenn ein Kind plötzlich sagt: „Ich kann das!“ – und man merkt: Das ist mehr als ein Satz.

  • Wenn Eltern erzählen, dass zu Hause wieder mehr Ruhe einkehren kann, weil Lernen nicht mehr nur Konflikt bedeutet.


Es sind diese kleinen Verschiebungen, die man nicht „messen“ kann – die aber alles verändern.



Ein Blick nach vorne: Was wir 2026 vorsichtig öffnen möchten


Im neuen Jahr möchten wir die Themen, die uns immer wieder begegnen, bewusster aufnehmen – nicht als „Problem“, sondern als Einladung, gemeinsam an Antworten zu arbeiten, miteinander zu lernen und an und mit diesen Themen zu wachsen.


Dazu gehört auch, unser Angebot weiterzuentwickeln – Schritt für Schritt, ohne Hektik, aber mit Klarheit.


Neu ab Januar: Wir öffnen zusätzliche Plätze für Kinder, die im kommenden Jahr in den Kindergarten starten – als sanfte Vorbereitung und Stärkung.

Montag und Freitag, 14–15 Uhr.



Danke


Danke an alle Familien, die uns in diesen ersten Monaten Vertrauen geschenkt haben.


Danke an die Kinder, die uns zeigen, was wirklich zählt.


Und danke an alle, die Learnovation nicht als „Dienstleistung“, sondern als gemeinschaftliches Lernfeld verstehen.


Vier Monate sind erst der Anfang.

Aber es ist ein Anfang, der sich echt anfühlt.



 
 
 

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